Stärker als Stottern

 
 


Therapierahmen


Alter: 8 - 17 Jahre

Gruppengröße: 12 - 16 Kinder


Die Gruppe wird in zwei Kleingruppen altersabhängig aufgeteilt, also zwei Gruppen á 6 bis 8 Teilnehmer.


Die meisten Therapieeinheiten finden in Kleinstgruppen mit zwei bis vier Teilnehmern und in Einzeltherapie statt.


Therapeuten: 5-7 Therapeuten und 4 Studierende der Sprachheilpädagogik der LMU München.

Weitere Infos: Team




Ausgangslage und Ziel


Die Therapieforschung zeigt, dass Therapieerfolge steigen, je früher mit einer strukturierten Therapie begonnen wird (Bloodstein 1999, Boberg, Kully 1985, Guitar 2014, Natke 2000).


Immer wieder stoßen ambulante Therapien an ihre Grenzen. Unsere Erfahrung ist, dass intensivtherapeutische Maßnahmen neue Impulse geben. Das gemeinsame Lernen und Erleben sowie der Austausch mit Gleichaltrigen ist ein wichtiger Motivationsfaktor.




Sprechtechniken


In der Werkzeugkiste befinden sich viele Tools, die den Kindern helfen, flüssiger zu sprechen. Aus den beiden wichtigsten Ansätzen der Stottertherapie (siehe Methode) haben wir die gängigsten Techniken kindgerecht aufbereitet und begreifbar gemacht.

So steht das „Fell“ beispielsweise für eine weiche, lockere Sprechweise. Der „Frosch“ hilft das spannungsbehaftete Stottern hin zu einem lockeren, flüssigeren Stottern zu verändern. Mit dem Stopp-Schild, Thera-Band und Ball erfahren die Kinder den Kontrollverlust des Stotterns zu beenden und wieder Zugriff auf das Sprechen zu erhalten.


Ziel ist es, dass jedes Kind für sich herausfindet, welches Werkzeug am besten hilft und welches Werkzeug situativ besonders geeignet ist. So kann beispielsweise in der Schule beim Vorlesen das „Fell“ besonders helfen, während im Gespräch auf dem Pausenhof lokale Techniken besser passen.



Angstfreier Umgang


In der Gruppe mit gleichaltrigen Kindern wird ein angstfreier Umgang mit dem Thema Stottern erfahrbar gemacht. Ziel ist es, soziales Rückzugsverhalten und einer daraus resultierenden Gefährdung der gesellschaftlichen Integration mit Auswirkungen auf die sozio-psychologische Entwicklung des Kindes entgegenzuwirken. Rollenspiele, Gespräche mit den Therapeuten und Übungen im Leben zeigen den Kindern, was sie können und wie sie wieder Mut bekommen. Oder: stärker als Stottern sind.



Lebensnah


Alle gelernten Techniken werden sofort ausserhalb des Therapieraumes ausprobiert. Es macht nicht nur mehr Spaß am Starnberger See ein Eis zu bestellen, sondern zeigt den Kindern sofort was sie können. Im Schutz der Gruppe wird dies mit steigender Komplexität geübt, trainiert und mit Hilfe audio-visueller Aufnahmen analysiert.



Und wo bleibt der Spaß?


Die Kurse finden in den Ferien statt - da gibt es weitaus spannendere Dinge als eine Therapie. Das ist uns bewusst. Wie wäre es dann mit einem Theaterprojekt oder schwimmen am See, vielleicht einen ganzen Tag eine Rätselrallye mit dem Dampfer über den Starnberger See? Was gibt es im „Haus der Phantasie“ zu entdecken und wie steht es mit dem legendären Kaugummieis, das es direkt am See gibt? Wer macht schon eine Pyjamaparty mit Karaoke, spielt Beach-Volleyball auf feinem Sand oder macht eine Fackelwanderung bei Nacht zum Steg? All diese Projekte machen Spaß und haben für uns eine wichtige Funktion: wie werden die gelernten Techniken in der Freizeit angewendet?

Alle Aktivitäten werden sprachtherapeutisch begleitet. Und: es macht tatsächlich Spaß!

 

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